Verbraucherschutz als „intelligente Gegenaufklärung“

schirrmacher„Meine“ Themen bleiben derzeit in den Schlagzeilen. Während sich noch alle Welt über die NSA aufregt, deren Aktivitäten James Bamford in einer Wired-Ausgabe vor über einem Jahr bereits ausführlich beschrieben hat, leistet FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher mal wieder Übersetzungarbeit für seine mächtige, aber wie gewohnt weitgehend ahnungslose Zuhörerschaft.

Schirrmachers Vortrag auf dem deutschen Verbrauchertag ist dabei wirklich sehenswert. Er beschreibt laufende Entwicklungen in der „Informationsökonomie“ und nutzt so oft die Wendung „das ist jetzt keine Science-Fiction“, dass man fast versucht ist, eine Strichliste darüber zu führen. Auch ihm entgeht eine gewisse Nähe von Netzpolitik und Intelligence offenbar nicht, und er macht eine wunderbar plakative Forderung daraus:

„Wir sprechen im Alltagsgebrauch mittlerweile vom Ausspionieren, vom Tracking, von Datenjägern und Datenkraken und benutzen nicht zufällig das ganze Vokabular von  Nachrichten- und Geheimdiensten. Verbraucherschutz in diesem Sinne muss intelligente Gegenaufklärung sein – er muss die operative und systemische Rationalität der Algorithmen offenlegen, damit Menschen überhaupt verstehen, welche Texte an anderer Stelle über ihr Leben geschrieben werden und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden.“

 

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